Zeitzeugin an der Mittelschule

Am 20. September 2016 begrüßte die 9. Klasse der Mittelschule Schöllnach gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Manuela Bauer Frau Lydia Schall in ihrem Klassenzimmer. Die Oma der Schülerin Melanie Niedermeier war als Zeitzeugin des 2. Weltkrieges und der Nachkriegszeit in den GSE –Unterricht eingeladen worden. Sie berichtete den Schülerinnen und Schülern eineinhalb Stunden lang über ihre Erlebnisse in der Kindheit im Sudetenland, welches 1938 von Hitler annektiert wurde. Die Rentnerin wusste über viele teils aufregende, dramatische und traurige Erlebnisse ihrer Jugend zu erzählen. Dabei war ihr junges Leben von schwerer körperlicher Arbeit auf dem Bauernhof geprägt. Viele Schicksalsschläge ereilten Frau Schall und ihre Familie bereits in den Jahren vor Kriegsende. Dann musste die Familie ihren Hof innerhalb eines Tages mit 20 Kilogramm Gepäck pro Person verlassen, da sie aus der Heimat vertrieben wurde. Frau Schall schilderte ihre Erlebnisse als Flüchtling, wie sie zunächst bei einer Familie in Schwaben untergebracht wurde, bevor sie in Schöllnach ansässig wurde. Außerdem erklärte sie der Klasse, dass gerade in der Nachkriegszeit das Leben voller Entbehrungen war und man beispielsweise nur mit Lebensmittelmarken „einkaufen“ konnte. Frau Schall hatte ihrer Enkelin bereits im Vorfeld zahlreiches Bildmaterial, Schulzeugnisse, Briefe von der Front sowie alte Urkunden und Ausweise mitgegeben, so dass genügend Anschauungsmaterial für die Schüler vorhanden war. Die Klasse war sichtlich ergriffen von den Ausführungen Frau Schalls und ließ es sich nicht nehmen, ihrer Zeitzeugin einige Fragen zu stellen, die sie geduldig beantwortete. Zum Schluss bedankten sich die beiden Klassensprecher bei Frau Lydia Schall, die während ihres Besuchs einen wirklich wertvollen und bleibenden Eindruck bei den Jugendlichen hinterlassen hatte.